– Teil 2 unserer Serie beim ZSS ist erschienen –

Manche Menschen möchten täglich jemanden um sich haben. Anderen genügt ein langes Telefonat pro Woche. Beides ist normal, und beides sagt wenig darüber aus, wie erfüllt ein Leben ist. Genau hier setzt der zweite Teil unserer Serie für den Verband Zürcher Seniorinnen und Senioren an, der jetzt erschienen ist.

Nähe und Unabhängigkeit nebeneinander: zwei Menschen auf einer Parkbank, jeder mit eigenem Raum

Nähe kennt keine richtige Menge

Wer Zeit für sich braucht, dem fehlt nicht automatisch etwas. Und wer sich Gesellschaft wünscht, ist nicht bedürftig. Entscheidend ist nicht das Mass, sondern ob es zum eigenen Leben passt. Und dieses Mass darf sich verändern: Wer jahrzehntelang jeden Tag unter Menschen war, geniesst nach der Pensionierung vielleicht zuerst die Ruhe und merkt erst später, dass doch etwas fehlt. Das ist keine Kehrtwende, sondern eine normale Entwicklung.

Zusammen sein, ohne zusammen zu wohnen

Dass Verbundenheit und Selbstständigkeit sich nicht ausschliessen, zeigen auch die Zahlen. Von den 25- bis 80-Jährigen, die in einer Partnerschaft leben, führen laut dem Familienbericht 2021 des Bundesamts für Statistik 13 Prozent keinen gemeinsamen Haushalt. Bei den über 65-Jährigen sind es 6,8 Prozent. Manchmal hat das praktische Gründe, manchmal ist es eine bewusste Entscheidung. Und mehr als ein Drittel aller Privathaushalte in der Schweiz besteht aus einer einzigen Person.

Warum das auch beim Kennenlernen zählt

Wer für sich geklärt hat, wie viel Nähe und wie viel Freiraum zum eigenen Leben passen, kann das früh und ruhig ansprechen. Nicht als Bedingung, sondern als ehrliche Auskunft. Das erspart beiden Seiten Enttäuschungen, die niemand gewollt hat.

Im Beitrag geht es ausserdem darum, wie sich der Takt des Alltags nach der Pensionierung verändert, was sich verschiebt, wenn ein gemeinsames Leben endet, und warum Nähe und Freiraum meist zusammengehören, statt gegeneinander zu stehen.

Teil 2 lesen: Nähe, Unabhängigkeit und neue Lebensphasen

Wer Teil 1 verpasst hat: Dort ging es darum, warum neue Begegnungen im Alter wichtig bleiben und weshalb Alleinsein nicht dasselbe ist wie Einsamkeit.

Zwei Herzen. Ein Weg.

Herzliche Grüsse
Valentin & Alex